Wunderbar-verrücktes New York

17. September 2012 Blog von Carola Wiegand
Wunderbar-verrücktes New York
 

Genau kann ich es nicht sagen wann sie begonnen hat, meine Begeisterung für New York. Sie war plötzlich da. Ich wünschte mir so sehr dorthin zu reisen, wie kleine Mädchen sich wünschen, Prinzessin zu sein.
Ich träume schon mein Leben lang von der großen weiten Welt. Vom Wegfahren und Unterwegssein.
„Irgendwann fliege ich nach New York" sagte ich zu meinem Sohn und seiner hübschen Freundin Carolin. „Mutti, tu es doch einfach" antwortete René.
Plötzlich stand für mich fest, ich fliege nach New York, alleine oder in Begleitung. Carolin und ich flogen im gleichen Jahr kurz vor Weihnachten.
Aus der Ferne sieht alles so prächtig aus, doch der Winter in New York ist auch kalt und ungemütlich. Diese Überlegung ignorierte ich zunächst und suchte meine Kleidung nach schicken, weniger nach praktischen Aspekten aus. Diese Entscheidung bereute ich in den folgenden zehn Tagen immer dann besonders, wenn ich mit nassen Füßen durch New York laufen musste.
Mir fiel sofort das Sprichwort ein „Wer schön sein will, muss leiden". Und ich wollte schön sein, für mich und für die Stadt und ich litt (manchmal).
Alles war so aufregend und die New Yorkerinnen erschienen uns verrückt. Wo sonst sieht man Frauen bei gefühlten minus 10 Grad und zentimeterhohem Schneematsch in mörderisch hohen High Heels und dünnem Blaser flanieren.
Wir gingen die meisten Wege zu Fuß, weil man die Stadt so besser „erspüren" kann. Unser Hotel „Pennsylvania" an der 7th Avenue war mit 1700 Zimmern viel zu groß, viel zu alt, viel zu hektisch, bot aber die besten Voraussetzungen, um sehr viele Sehenswürdigkeiten in Manhattan zu Fuß zu erreichen.
Alles beeindruckte uns, besonders die weihnachtlich geschmückten Geschäfte und Straßen. Und natürlich der legendäre Weihnachtsbaum am Rockefeller Center mit seiner Schlittschuhlaufbahn unter freiem Himmel. Die Fantasie der New Yorker ist grenzenlos und gar nicht so kitschig, wie ich dachte.
Uns überwältigten die markanten und riesigen Wolkenkratzer, manche mit ‚Zuckerbäckerdach' ebenso wie der chaotischen Verkehr und die halsbrecherischen Versuche der Fußgänger dem ständig drohenden Verkehrsinfarkt zu trotzen.
Als wir die Fifth Avenue erreichten, konnten wir es nicht fassen, dass wir hier standen, in der berühmtesten Straße New Yorks.
In die luxuriösen Geschäfte der berühmten Mode-Häuser, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht waren, trauten wir uns nur selten rein, da jeder Besucher gleich am Eingang freundlich begrüßt und nach seinem Wunsch befragt wurde. Wir hatten nicht den Mut, so zu tun, als würde Geld für uns keine Rolle spielten, uns umzuschauen, um dann das Geschäft mit einer gelangweilten Miene wieder zu verlassen. Wir beobachteten aber gerne die Menschen in den Geschäften, durch die großen Fensterscheiben. Wir mussten über vieles schmunzeln, aber am meisten über junge Frauen mit „Schlauchboot" (aufgespritzte Lippen) im Gesicht an der Seite eines älteren massigen Herren. Wir waren fest entschlossen uns eine Jeans zu kaufen und fanden die passende bei Armani.

Die Stadt faszinierte uns total. Alles schien möglich. Jeder, so abenteuerlich anders er auch war, konnte hier seinen Platz finden.

       Wenn ich nachts aus dem Hotel-Fenster schaute, bestand der einzige Unterschied im fehlenden Sonnenlicht. Der Verkehr war der gleiche. Die Stadt kennt keine Ruhe und die Geschäfte keinen Ruhetag.

Jeder Tag im Big Apple birgt neue Überraschungen, noch dazu grandiose. Eine verzückte Bewunderung folgte der nächsten.

Wir besuchten das Empire State Building. Bis zur Aussichtsplattform in der 102-ten Etage mussten wir dreimal den Fahrstuhl wechseln. Auf dem Weg nach oben kamen wir in der fünfundfünfzigsten Etage am Standesamt vorbei und ich fasste spontan den Entschluss, genau an diesem Ort zu heiraten, falls es noch einmal dazu kommen sollte. Zweifellos, diese Stadt inspirierte auch mich.
       Ich habe so vieles noch nicht erwähnt, das wunderbare Salomon R. Guggenheim Museum, den Trump Tower - in dem über mehrere Etagen ein Wasserfall rinnt und alles funkelt und leuchtet, wie in einem Kristall-Palast und das Broadway Theater in dem wir den zauberhaft-grandiosen „Lion-King" sehen konnten. Faszinierend war auch die Buntheit der Zuschauer. Von seltsam-einfach bis sagenhaft-überzogen war alles zu finden.

Einfach schön zu erleben.

Wir sind aus Manhattan nicht rausgekommen und haben trotzdem nicht annähernd die wichtigsten Attraktionen und Außergewöhn-lichkeiten gesehen, doch unsere Reise war zu Ende.

Ich muss wiederkommen. Und da das mit der Hochzeit auch geklappt hat, ist das meine nächste Geschichte –
„Hochzeit im Empire State Building" in New York.

 

In selbstkritisch-vergnüglicher Gelassenheit
 

Eure Alorac

Kommentare (1)

Cosima-Pia

Ich liebe New York ebenso, wie Du, liebe Alorac. Wollen wir nicht mal zusammen dorthin? Das würde mir sehr gefallen. Und wir würden viel Unglaubliches entdecken. Ich freue mich auf Deinen nächsten Blog "Hochzeit im Empire State Building", nur die Idee finde ich so 'abgefahren' Liebe Grüße Cosima
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