Viel Zeit, wenig Zeit – für was ??

15. August 2011 Blog von Carola Wiegand
Viel Zeit, wenig Zeit – für was ??

Es ist einige Zeit vergangen, da ich meinen letzten Blog geschrieben habe. Dinge, die unabwendbar schienen haben mich gefangen genommen und mich nicht das tun lassen, was ich mir selbst vorgenommen hatte, täglich.
Bin ich fremd bestimmt und warum lasse ich das zu?
Verärgerung, Aufregung, Akzeptieren und das Ergründen des „Wieso" wechseln sich, als Gemütsregung bei mir ab.
Jetzt, da ich mein Blogschreiben fortsetze und eine gewisse Ruhe wieder in mir Platz genommen hat, überlege ich, zu welchem Thema ich schreiben sollte. Es ist so viel Interessantes passiert. Am besten ich erzähle, an was ich mich erinnere.
Meine Kinder, das erwähnte ich gelegentlich, sind immer in meinen Gedanken nahe bei mir. Sie sind erwachsen und ich habe sie gehen lassen, ihren Weg zu finden. Trotzdem verbindet uns ein ständiges innigliches Miteinander. Es gibt Tage, da schweifen meine Gedanken mehr als sonst zu ihnen. So ein Tag ist heute. Gordon beginnt eine neue Arbeit in der Schweiz und ich versuche mir vorzustellen, wie er sich fühlt. Hat ihm seine bisherige Arbeit soviel Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gegeben, dass er dem Neuen mit einer gewissen Gelassenheit begegnet? Ich werde ihn später danach fragen. Und am Mittwoch verteidigt er seine Doktorarbeit an der Universität in Basel. Was für ein großer Moment für meinen Gordon !!!
Ich wäre so gerne bei ihm, um ihn in die Arme zu schließen. Leider bleibt mir nur, in Gedanken bei ihm zu sein.

Freunden beizustehen und ihnen zu helfen ist eine schöne, edle Angelegenheit. Dass meine Kinder auch das gut beherrschen, macht mich sehr glücklich. René hat in der vergangenen Woche einem Freund bei seinem Umzug nach London geholfen. Obwohl er selbst mit seiner Diplomarbeit einem strengen zeitlichen Regime unterworfen ist, hat er sich 3 Tage Zeit genommen, um mit Sepp umzuziehen. Auch ein paar Stunden Sightseeing in London konnten den Stress nur etwas relativieren. Ich war am Freitag Abend glücklich beruhigt, als René anrief um zu sagen, dass er wieder gut in Köln gelandet ist mit seinem Umzugstransporter.

Der 85. Geburtstag meiner Mutti ist ein Ereignis, das gewürdigt werden muss!
Er beschäftigt mich schon geraume Zeit. Einladungskarten schreiben und verschicken, Feier-Lokalität aussuchen, Essen zusammenstellen und den Widerstand meiner Mutti ständig relativieren, schien eine gewisse Zeit als mein Dauerthema. Es gibt mir viel, täglich einen Großteil meiner Zeit mit ihr zu verbringen. Ihr zu helfen bei scheinbar kleinen Dingen, sich zu erinnern, auch nur an kurz zurück liegendes und mit ihr zu lachen und lustige Sprüche zu erzählen. Die meisten erzählt meine Mutti! Mein Tagesablauf wird sehr vom Rhythmus meiner Mutti bestimmt, was mir manchmal das Gefühl gibt, meine eigenen Dinge zu verpassen. Ich laufe denen immer hinterher.
Der Geburtstag meiner Mutti war sehr schön und sie hat sich trotz allen Widerstands im Vorfeld, sehr wohl gefühlt im Kreise unserer Familie.

Am vergangenen Freitag hatte ich einen Salon mit dem Thema „Böse Mädchen, gute Mütter ...". Ich hatte nicht sehr viel Vorbereitungszeit, keine klare Idee, wie ich das Thema strukturieren sollte und viel Chaos im Kopf.
Die Zeit saß mir bedrohlich im Genick. Extremer Zeitdruck ist hinderlich für gute Gedanken, für meine zumindest. Nur durch eingelegte Nachtschichten konnte das vermeintliche Zeitdefizit ausgeglichen werden.
Wenn ich ehrlich bin, hat es etwas Inspirierendes für mich, nachts zu arbeiten. Meine Gedanken sind dann weniger flüchtig. Sie verweilen bei mir, ich kann sie drehen und wenden, für gut befinden oder verwerfen. Ich brauche nur ein wenig Überwindung oder genügend Zeitdruck zur ‚Nachtarbeit'.
Dem Thema Salon, werde ich einen eigenen Blog widmen.
Obwohl so viel mehr passiert ist und ich mich auch daran erinnere, werde ich den Blog hier beenden.
Vielen Dank an alle, die mir gesagt haben, dass sie meinen Blog lesen und er ihnen gefällt. Ihr habt mir Mut gemacht, weiter zu schreiben.

In vergnüglich-selbstkritischer Gelassenheit

Eure Alorac

Kommentare (1)

Ich freue mich wieder einen Blog von Dir zu lesen. Schön interessant und doch so alltäglich, was einen so gefangen nimmt. Ich freue mich auf Deinen nächsten Blog Cosima
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